Vorträge
Es gab sehr inspirierende Fotografen-Vorträge von Paul Graham, Rob Hornstra, Rinko Kawauchi, -SYB-, Joachim Schmid, Lieko Shiga, Alec Soth und Niels Stomps. Lesley A. Martin (Aperture), Markus Hartmann (Hatje Cantz), Mikhail Karasik, Hans-Michael Koetzle, Ferdinand Brüggeman und Dr. Bettina Lockemann hielten hochinteressante Themenvorträge.
Paul Graham
geboren 1956 in Großbritannien; lebt und arbeitet in New York City (USA). Bereits mit seiner ersten fotografischen Serie, die 1983 als Buch unter dem Titel »A1 – The Great North Road« erschien, belebte Paul Graham den fotografischen Diskurs. Mit seiner Entscheidung für die Farbfotografie setzte er sich von der britischen, sozialdokumentarischen Fotografie ab – um diese ganz neu zu denken und weiterzuentwickeln. Bis heute stellt Graham die Dokumentarfotografie mit ihren Aussagen in Frage, sucht nach neuen Wegen und erweitert fortwährend sein Bildvokabular. Seine fotografische Serie »American Night« verblüfft durch den abrupten Wechsel von (beinahe) weißen und gleißend farbigen Motiven; für die Serie »A Shimmer of Possibility« wählt er die nonlineare, elliptische Erzählform, um urbanes Leben spannend und mehrschichtig sichtbar zu machen. Graham, dessen Werk weltweit in Einzelausstellungen gezeigt wird, schätzt das Fotobuch als Präsentationsform. Für seine jüngsten Arbeiten entwickelte er innovative, gänzlich neue Buchkonzepte. Graham publizierte u. a. folgende Fotobücher: »A Shimmer of Possibility« (2007), »American Night« (2003), »New Europe« (2003), »Paintings« (2000), »End of an Age« (1999), »Empty Heaven« (1995), »Troubled Land« (1987), »Beyond Caring« (1986) und »A1 – The Great North Road« (1983).
Paul Graham
Rinko Kawauchi
geboren 1972 in Japan; lebt und arbeitet in Tokio (Japan). Die Japanerin Rinko Kawauchi überrraschte die japanische Fotoszene 2001 zeitgleich mit drei Fotobüchern – und landete einen Überraschungserfolg. Im Jahr darauf wurde sie für ihre Bücher »Hanabi« und »Utatane« mit dem »Kimura Ihei Award«, ausgezeichnet – einem der wichtigsten Preise für japanische Fotografie. Heute zählt Rinko Kawauchi zu den bedeutendsten zeitgenössischen Fotografen Japans. Ihre fotografischen Arbeiten wurde in zahlreichen Museen und auf Festivals in Einzelausstellungen gezeigt, unter anderem in der »Photographer's Gallery« (London) und auf den »Rencontres de la Photographie« (Arles). Rinko Kawauchi hat bis heute zehn Fotobücher veröffentlicht, darunter u. a. »Semear« (2007), »Diary« (2006), »Cui Cui« (2005), »Aila« (2004), »Hanabi« (2001), »Hanako« (2001) und »Utatane« (2001).
Rinko Kawauchi
Alec Soth
geboren 1969 in den USA; lebt und arbeitet in Minneapolis (USA). Drei Jahre lang folgte der US-Amerikaner Alec Soth dem Verlauf des Mississippi – mit einer Plattenkamera und viel Zeit. Diese brauchte er, um das Vertrauen der Menschen am Fluss zu gewinnen und um die Intimität herzustellen, die seine ruhigen, sozialdokumentarischen Aufnahmen prägen. 2004 veröffentlichte Soth die Fotoserie unter dem Titel »Sleeping by the Mississippi« als Fotobuch – und wurde weltweit bekannt. Mit seinem poetischen und persönlichen Reisebericht knüpft Soth an die Tradition der dokumentarischen Reisefotografie an – und führt diese auf eine ganze neue Weise fort. Heute ist Soth Mitglied der Agentur »Magnum« und seine freien Arbeiten werden weltweit in Ausstellungen wie der »Whitney Biennale« (New York) und der »Biennale de São Paulo« (São Paulo) gezeigt. Alec Soth hat bislang fünf Fotobücher veröffentlicht: »The Last Days of W.« (2008), »Niagara« (2006), »Fashion Magazine« (2007), »Dog Days Bogotá« (2007) und »Sleeping by the Mississippi« (2004).
Alec Soth
Niels Stomps
geboren 1974 in Driebergen, Niederlande. Fotografiestudium an der St.-Joost-Akademie, Breda und Utrecht School of the Arts, wo er zur Zeit eine Gastprofessur hat. Ausstellungen u. a. beim Photo Festival Naarden 2007, dem Festival a/d Werf, Utrecht und Foam Amsterdam 2006. 2004 war Stomps nominiert für das Zebra-Film-Festival in Berlin. 2007 gewann er den 3. Preis von dem NAI in Rotterdam, 2009 erhielt er den Kees-Scherer-Preis für sein Buch »Mist«.
Niels Stomps
Lieko Shiga
Lieko Shiga ist 1980 in der Aichi Prefectur, Japan, geboren. Sie studierte Kunst am »Chelsea College of Art and Design« in London und machte dort 2005 ihren Abschluss. Während dieser Zeit entstand eine Bilderserie, die ihre Nachbarn in ihrem städtischen Wohnblock in East London zeigt. Fotografisch ließ sie sich durch eine Art »paranormale« Fotografie, wie sie in der Frühzeit der Fotografie populär war, inspirieren. Diese Serie mit dem Titel »Lilly«, wurde in Osaka, Paris und Tokyo ausgestellt. Shiga nahm an verschiedenen Gruppenausstellungen teil und war 2006 im September Artist in Residence bei dem Institute of Modern Art als Teil des »Rapt!«, wo 20 zeitgenössische japanische Künstler an einem Gastprogramm teilgenommen haben und Ausstellungen und Events in Australien präsentierten. 2005 erhielt Shiga den Preis der Jury beim »Mio Photo«-Wettbewerb und 2008 den angesehenen »Kimura Ihei Commemorative Photography Award« für ihre Bücher »Lilly« und »Canary«.
Lieko Shiga
-SYB-
-SYB- Sybren Kuiper (1961) studierte Niederländische Sprache und Literatur an der Universität von Utrecht. Nach seinem Abschluss 1988 studierte er Graphik Design an der Kunstakademie Utrecht und machte darin 1993 seinen Abschluss. Seit 1994 arbeitet er als freischaffender Grafikdesigner unter dem Namen -SYB- in Utrecht. Zwischen 2002 und 2006 war er Artdirektor und Manager bei dem großen Designstudio Dietwee in Utrecht. Seit September 2006 arbeitet er ausschließlich selbständig, nun mit Sitz in Den Haag. Neben einigen Aufträgen für renommierte Kunden gestaltet -SYB- Theaterplakate und Bücher für Fotografen und andere Künstler. Zudem hat er verschiedene Ausstellungen konzipiert und kurze Zeit an der Academy of the Arts in Utrecht gelehrt. SYB hat Fotobücher für Cuny Janssen, Niels Stomps, Viviane Sassen, Carla van den Puttelaar, Rob Hornstra, Gijsbert Hanekroot, Korie Besems, das Photomuseum in Den Haag, das Photofestival Naarden und das Central Museum in Utrecht gestaltet.
-SYB-
Rob Hornstra
Rob Hornstra (1975) ist Dokumentarfotograf. Seit seinem Studienabschluss hat er vorzugsweise an langwährenden Projekten gearbeitet, sowohl zuhause als auch auf der anderen Seite der Welt. Seine Arbeit ist durch stilisierte Rohheit und hohes Eigenengagement zu charakterisieren. Er veröffentlichte drei Bücher im Selbstverlag (»Communism & Cowgirls« – 2004, »Roots of the Rúntur« – 2006 und »101 Billionaires« – 2008), die sich, trotz zunehmender Produktionskosten, um so schneller verkauften. Er bekam von internationalen Zeitungen und Magazinen Aufträge, Dokumentarserien zu erstellen. Zudem hat er an zahlreichen (Einzel-)Ausstellungen sowohl in den Niederlanden als auch in anderen Ländern teilgenommen. Zusätzlich zu seinem eigenen Werk als Dokumentarist ist er Begründer und verantwortlicher künstlerischer Direktor von FOTODOK- Space for Documentary Photography.
Rob Hornstra
Joachim Schmid
Joachim Schmid (1955) ist Berliner Künstler. Seit den frühen 80er Jahren arbeitet er mit gefundenen Fotografien. 1990 gründete er das »Institut zur Wiederaufbereitung von Altfotos«. Seine Arbeit wurde international sowohl in Einzel- als auch in Gruppenausstellungen gezeigt. Einige seiner Veröffentlichungen sind: »Erste allgemeine Altfotosammlung« (1991), »Bilder von der Straße« (1994), »Very Miscellaneous« (1997), »Sinterklaas ziet alles« (1998), »A meeting on holiday« (2003), »Belo Horizonte, Praça Rui Barbosa« (2004), und »Photoworks 1982–2007« (2007). Seine Arbeiten befinden sich in zahlreichen Sammlungen, darunter die Bibliothèque Nationale, Paris, Daelim Contemporary Art Museum, Seoul, Fonds National d‘Art Contemporain, Paris, Maison Européenne de la Photographie, Paris, Museo de arte contemporánea de Vigo, Museum Folkwang, Essen, Nederlands Fotomuseum, Rotterdam, San Francisco Museum of Modern Art und dem Stedelijk Museum Amsterdam.
Joachim Schmid
Liquid Dreams - Japanische Fotografinnen der Gegenwart
Bis in die 1990er Jahre waren Fotografinnen in der japanischen Fotografie in der Minderheit und hatten nur wenig Einfluß auf die Entwicklungen des Mediums. Dies änderte sich Schlagartig mit dem Auftreten der »Girly Photographer«, in deren Folge die Fotografie zu einem bevorzugten Medium des (Selbst)Ausdrucks von jungen Frauen wurde. In dem Vortrag werden die Hintergründe dieser Entwicklung dargestellt und die wichtigsten Vertreterinnen der japanischen Fotografie der Gegenwart vorgestellt.
Abbildung: © Mika Ninagawa, Liquid Dreams, 2003
Ferdinand Brüggemann
Studium der Kunstgeschichte in Regensburg und Bonn. 1989-95 freier Mitarbeiter der Fotografischen Sammlung im Museum Folkwang und 1992-97 in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland. 1996-97 wissenschaftlicher Volontär im Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg. 1998-1999 Stipendiat und Mitarbeiter am Deutschen Institut für Japanstudien, Tokyo (Forschungen zur japanischen Fotografie der Moderne). 2003-04 Gastdozent für japanische Fotografie und Kunst an der Universität Frankfurt. Seit 2000 Galerie Priska Pasquer, Köln (Direktor, Japanische Fotografie).
Japan-photo.info
Das Fremde sehen. Der europäische Blick auf Japan
Seit ihrer Erfindung ist die Fotografie unter anderem dazu eingesetzt worden, dem europäischen Publikum fremde Kulturen nahezubringen, auch die japanische. Erörtert werden sowohl die europäische Erwartungshaltung gegenüber solchen Fotografien als auch die fotografischen Möglichkeiten zur Darstellung des Fremden, wobei zeitgenössische Beispiele europäischer Fotografen und Ansätze der künstlerischen Dokumentarfotografie im Zentrum stehen.
Bettina Lockemann
Nach einer Ausbildung zur Fotografin in Berlin studierte Bettina Lockemann an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst künstlerische Fotografie und Medienkunst. Ihr fotografischer Arbeitsschwerpunkt liegt in der künstlerischen Dokumentarfotografie, der sie auch ihre Promotion mit dem Titel »Das Fremde sehen. Der europäische Blick auf Japan in der künstlerischen Dokumentarfotografie« gewidmet hat. Bettina Lockemann vertritt z. Zt. die Professur für Fotografie an der Merz Akademie in Stuttgart und lebt in Köln.
Archivalien.de
Great Stalinist Photographic Books
Mikhail Karasiks Vortrag »Great Stalinist Photographic Books« handelt von russischen Fotobüchern der 30er Jahre. Diese Bücher sind keine reinen Propagandabücher, sondern zu gleichen Teilen Meisterwerke des Design, der Fotografie und der Polygraphie. Sie begründeten die Talente der berühmtesten sowjetischen Designer und Fotografen wie El Lissitzky, Alexander Rodchenko, Solomon Telingater, Gustav Klucis u.a.. In diesen Büchern spiegeln sich alle Richtungen der sowjetischen Fotografie dieser Zeitperiode wider. Die Geschichte, Themen und Materialien der 20er und 30er Jahre bilden die Basis seines Vortrages und gleichnamigen Buches. In seinen anderen Buchprojekten, meist in kleinen Auflagen, verwendet er alte Dokumente und Fotografien und zeigt so seinen persönlichen Blick auf die Geschichte der russischen und sowjetischen Avantgarde. Dieser Vortrag konnte durch die freundliche Unterstützung des »Manfred Heiting Library Trust« realisiert werden.
Mikhail Karasik
wurde 1953 in Leningrad geboren. Er ist einer der Hauptinitiatoren und Verfechter von Künstlerbüchern in Russland. Er veröffentlicht Bücher und Kataloge von Künstlern und der russischen Avantgardekultur des frühen 20.Jahrhunderts. Karasik schreibt Artikel über Künstlerbücher und moderne Kunst. Er ist Kurator bei zahlreichen Ausstellungen und Organisator und Initiator des »Kharms-Festivals of Experimental Art« in St Petersburg. Bislang hat er über 70 Künstlerbücher und Buchobjekte veröffentlicht.
Artists-book.net
Paris im Fotobuch
Paris zählt zu den gebauten Mythen der Menschheit: Die vielleicht schönste Stadt der Welt, in jedem Fall die meist fotografierte und die, zu der die meisten fotografisch illustrierten Bücher herausgegeben wurden. Unter allen Städten sei keine, die sich inniger mit dem Buche verbinde als Paris, hatte Walter Benjamin bereits 1929 konstatiert. Tatsächlich ist die Liste überlegt konzipierter Paris-Bücher lang. In ihnen spiegelt sich nicht allein die Begeisterung internationaler Fotografen oder Fotokünstler für die Stadt, sondern jeweils auch der ästhetische Stand des Mediums. Der Vortrag bilanziert die bedeutendsten fotografisch illustrierten Titel von 1890 bis in unsere Tage. Ein Bildband zum Thema erscheint im Herbst 2010.
Hans-Michael Koetzle
(Jg. 1953) aus München gehört zu den führenden deutschen Fotopublizisten und Kuratoren. Er war Chefredakteur der Zeitschrift »Leica World«, hat das maßgebliche »Lexikon der Fotografen« (2002) verfasst und ist Autor vieler weiterer Bücher und Monographien zur Fotografie und über Fotografen.
Hans-Michael Koetzle bei Amazon.de
Die Aperture Foundation
Im Zusammenhang einer generellen Vorstellung der Arbeit der gemeinnützigen Aperture Foundation, New York, wird Lesley Martin die Rolle des Herausgebers von Fotobüchern bei Aperture beleuchten. Ihr Vortrag wird anhand eines kurzen Rückblicks in die Geschichte Apertures einige Schlüsselfiguren hervorheben und die Rolle beschreiben, die ein Herausgeber und Verleger heute und auch in der Zukunft spielt.
Lesley A. Martin
leitet das Buch-Verlags-Programm der Aperture Foundation, New York. Sie ist ausgewiesene Fotobuch-Spezialistin, hat über 60 wichtige Fotografie-Bücher herausgegeben und war eine der Kuratoren des New York Photofestivals 2008.
Aperture Foundation
Der Hatje Cantz Verlag, Ostfildern bei Stuttgart
Der verantwortliche Programmleiter beim Hatje Cantz Verlag für den Bereich Fotografie, Markus Hartmann, stellt das Fotobuchprogramm und die Arbeitsweise des Hatje Cantz Verlages vor. Von den ersten Fotobüchern in den 80'er Jahren bis zum Herbst 2010 und darüber hinaus. Unter besonderer Berücksichtigung der Bücher von Olaf Otto Becker, Peter Bialobrzeski, Andreas Gursky, Walter Niedermayr, Hiroshi Sugimoto und Wolfgang Tillmans.
Markus Hartmann
studierte an der Fachhochschule für Druck, Stuttgart und übernahm diverse Volontariate und Tätigkeiten in anderen Kunstbuchverlagen und Druckereien. Gelegentlich hält er Vorträge und schreibt Texte zu Themen rund um das Büchermachen und Verlegen im Kunstbuchbereich wie z.B. für den Börsenverein des deutschen Buchhandels oder das Goethe Institut. .
Hatje Cantz























